SKI-CLUB HELSA 1953 e.V.

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Norwegentour  2005


Norwegen/ Jotunheimen vom 27. März bis 6. April 2005


27.03.2005

Es ist Ostersonntag, während andere nach Ostereiern und Hase suchen, sitzen die TeilnehmerInnen der diesjährigen Norwegen-Skitour des Skiclub Helsa im Auto Richtung Norden. Durch die tolle Organisation von Winne war alles vorbereitet und wir voller Vorfreude. Aus verschiedenen Ecken Deutschlands brachen wir auf. Treffpunkt war der Kieler Fährhafen. Das erste mal wirklich überrascht wurden wir von unserer Fähre. Wir reisten von Kiel nach Oslo mit der Colorline Fantasy, eine riesige, sehr neue Fähre, die doch sehr an eine mondäne Bespaßungswelt erinnert. Langweilig wurde uns während der Fahrt jedenfalls nicht. Ein dem Schiff entsprechendes Buffet mit viel und leckerem Fisch hielt uns lange Zeit in bei Laune.





28.03.2005 Ostermontag

Leider schliefen wir in den luxuriösen Kabinen so gut, dass wir die Einfahrt in den Oslofjord verpassten. Noch schnell eine Dusche, es sollte schließlich die letzte für die nächsten Tage sein und wir gingen in Oslo von Bord. Da uns noch einige Stunden Zeit verblieben, bis wir die Achte unserer Reisegruppe vom Flughafen abholten, schlenderten wir frühmorgens ein wenig durch Oslo. Obwohl wir die einzigen um diese Uhrzeit vor dem königlichen Schloss waren, wollten uns Håkon und Mette Marit nicht zu winken. Gegen Mittag brachen wir endlich Richtung Jotunheimen auf. Etwa 350 km trennten uns noch von unserem Ziel. Die Fahrt zog sich und für einige sogar besonders schlimm. Peter wurde nicht fertig damit, dass er mit seinem neuen, schnellen Auto maximal 80 km/h fahren durften. Irgendwann war es endlich so weit, wir stellten die Autos ab und trafen auf unseren norwegischen Begleiter Tor. Schnell zogen wir die Skiklamotten an, verluden unser Gepäck auf die Motorschlitten. Der Aufstieg zur Veoli-Alm, unserer Unterkunft für die ersten Tage, dauerte etwa eine Stunde. Dies war zugleich für Ramona, Peter und Andrea die erste Stunde auf Langlaufski dieser Art. Tor vermittelte uns den Eindruck alles laufe genau so wie geplant. Doch da täuschten wir uns. Während des Abendessens gestand er am Nachmittag nach Winnes „Wir sind gleich da“ - Anruf noch schnell an der Tankstelle eingekauft zu haben (Ostermontag haben auch in Norwegen die Läden geschlossen), denn er rechnete eigentlich erst am kommenden Tag mit uns. Die gezauberten Spaghetti Bolognese schmeckten trotzdem sehr lecker und wohl fühlten wir uns auch.





29.03.2005 Dienstag

Wir starten unsere erste Skitour. „Huch, so wenig Schnee“ Ausgehend von dem super Winter in Deutschland hofften wir auch in Norwegen mit viel Schnee, es liegt aber immer noch genügend für unsere Touren. Wir gehen das Veotal eine Stück bergauf und erklimmen einen Hügel ???. Schließlich wollen wir doch auch das Abfahren testen, denn der Gedanke daran bereitet zumindest mir einige Kopfzerbrechen (Abfahren ja, aber bisher nur auf Abfahrtski). Es klappte so mehr oder weniger gut. „Ich bin beruhigt, denn ich bin nicht allein“. So erfahren wie Tor, Winne und Gerrit bezüglich der Skitouren sind nicht alle unserer Reisegruppe. Am späten Nachmittag brachen Peter und Gerrit gemeinsam mit Tor auf, um in Vågå einzukaufen. Derweilen setzten die anderen Herren (Winne, Gunnar und Olaf) mit ihren „Frikadellen og Mandelkartoffeln med Erbsen und Gulrøtter“ Maßstäbe für die kommenden Tage.

30.03.2005 Mittwoch

Wir wachen auf bei super Sonnenschein und azurblauem Himmel – die Sonnencreme 30+ sollte sich im Laufe des Tages noch bezahlt machen. Die Tagestour führte uns wieder stetig bergan entlang des Veodalen. Die Frage „Wo können wir endlich den Fluss queren beschäftigte uns“. Die unglaublich breite Spur einer Rentierherde weist uns schließlich den Weg „Wo die lang gehen, das können wir auch.“ Wir lernten, dass bei diesem Wetter alle Berge ganz nah erscheinen und doch ewig weit weg sind, so auch unser Tagesziel der Sattel des .....Kammes. Jede Pause kam gelegen, zumindest für diejenigen unter uns, die noch unter AnfängerInnen liefen. Nach dem Aufstieg auf den Sattel und der tollen Aussicht kam das wirklich Spannende des Tages – die Abfahrt. Unter AlpinskifahrerInnen würde der vor uns liegende Hang als tiefschwarz eingestuft werden. In elegantem Zick-Zack (den Hang vorsichtig queren – stehen bleiben – Spitzkehre und wieder den Hang queren) arbeitete wir uns langsam die 300 Höhenmeter hinunter. Die restlichen 700 flacheren Höhenmeter glitten wir – mutig durch die überstandenen Abenteuer – beschwingt hinunter. Ramona, Peter und Andrea überstanden so ihre erste ernsthafte Langlaufskitour.





31.03.2005 Mittwoch

Nach der gestrigen Tour suchten wir für Mittwoch eine „leichtere“ Tour durch lichten Wald aus. In festem Glauben, dass die Ski uns schon um die Bäume lenken würden, steuerten wir das zugefrorene Veotal diesmal etwas tiefer gelegen an. Durch das verblockte Tal hindurch suchten wir unseren Weg und scheuten auch nicht den Aufstieg durch eine enge Klamm. Das Ziel für den heutigen Tag war Hindseter, eine Gasthaus mitten im Nirgendwo, dafür aber mit sehr netten Gastleuten, die uns trotzt geschlossener Küche Kaffee und Kuchen anboten. Auf der Sonnenterrasse brutzelnd genossen wir die Rast. Die Temperaturen ließen uns kurzzeitig in dem Glauben wir hätten einen Mallorca-Urlaub gebucht. Durch die hochgezogenen Hosen konnten wir erstmals einen Blick auf Ramonas gigantische blauen Flecken und Beulen an den Knien werfen. Durch intensiven Fallkontakt mit den Skikanten erzeugt, verfolgten wir in den kommenden Tagen mit Interesse und Faszination deren Entwicklung und Wachstum. Mit ähnlichem Interesse wurden auch die tollsten Blasenformationen einiger SkitourteilnehmerInnen und die Verarztung der selbigen unter Begutachtung genommen.

01.04.2005 Donnerstag

Heute fand unser Hüttenwechsel statt. Am Morgen wurde sämtliches Gepäck zusammen gerafft. Mit einem Rucksack für eine zweitägige Tour bepackt, brachen wir über Glitterheim zum Russvatn auf. Das Tagesziel war Glittterheim, eine bewirtschaftete Tourenhütte unterhalb des Glittertind (zweit höchster Berg Norwegens). Der Glittertind selbst war von einigen das langersehntes Teilziel für Freitag Anschließend wollten wir zu Tor´s Hütte am Russvatn übersiedeln. Der Weg führte uns ca. 22 km durch das wunderschöne Veodalen, von dem wir zuvor schon einige Abschnitte gesehen hatten. Rechts und links erhoben sich ca. 2000 Meter hohe Gipfel. Auch an diesem Tag war uns der norwegische Wettergott, nennen wir ihn an dieser Stelle mal Svein-Erik (einer unserer norwegischen Begleiter) mehr als wohl gesonnen. Gunnar verglich treffender Weise das Tal, die darin herrschendenTemperaturen und die Intensität der Sonneneinstrahlung mit einer Parabolschüssel. Die Sonne brannte unerbittlich auf uns hernieder und dementsprechend wechselte die Farbe unsere Gesichter von vornehmweiß und rose zu krebsrot und schokobraun. Trotz aller landschaftlicher Reize und Eindrücke hatte das Tal auch seine Längen, die durch den unverhofften Blick auf eine sehr große Rentierherde und den Gedanken an die bevorstehende Dusche in Glitterheim verdrängt wurden (Einige von uns ließen Kameraobjektive und ähnlich „überflüssiges Zeug“ zurück, um im Rucksack Platz zu schaffen für Duschutensilien). Unsere Unterkunft auf der Veoli-Alm verfügte weder über fließendes Wasser noch über Strom. Das Wasser wurde aus einer etwa 300 Meter entfernten Quelle geholt. So waren wir nach fast einer Woche Entsagung aller zivilisatorischer Annehmlichkeiten, endlich in Glitterheim angekommen, ganz begeistert von einer 3 Minuten Heißdusche, einem Trockenraum für die lecker riechende Funktionskleidung (die übrigens dem Herrenzimmer der Veoli-Alm den Namen Iltishöhle einbrachte) und einem Dreigänge-Menü bei elektrischem Licht.




02.04.2005 Freitag

Dahin unserer Träume von der Besteigung des Glittertind, denn über Nacht hielt ein Tiefausläufer Einzug. Uns blieb nur die Flucht nach vorn. Gut vermummt gegen den Wind überquerten wir den Sattel unterhalb der Hestlægerhøe (1758m) um runter zum Russvatn zu gelangen. Die unersättlichen Energiebündel unserer Reisegruppe bestiegen noch den Søre mit 2267m. Auf dem Weg zur Hütte lichteten sich die Wolken ein wenig und wir hatten einen atemberaubenden Blick auf eine Bergpyramide auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Diese Pyramide steht genau an dem einen Ende des Russvatn. Neben den tollen Blicken auf die Berge ringsherum entdeckten wir auch einige aufgeregte Schneehühner, die bisweilen mit fliegenden Taschentüchern verwechselt wurden. Während Gerrit, Peter, Heidi und Tor noch unterwegs waren, bezogen Ramona, Gunnar, Olaf, Winne, Svein-Erik und Andrea ihr neues Domizil am Ende (oder Anfang je nachdem) des Russvatn, die Hütte Russvassbue. Eine urige Hütte aus dem Jahr 1890. Von dem See sahen wir allerdings außer dem Auslauf zum Wasser holen, nur eine weiße Schneefläche. Sein wahres Gesicht wird er erst Ende Mai zeigen, wenn dass Eis bricht und der Wind die Schollen am Anfang des Sees zusammenschiebt. Gunnar und Olaf bereiteten kaum angekommen und erfrischt nach einem Bad im Auslauf des Sees, ihr Heim für eine der kommenden Nächte – eine Schneehöhle in einer etwa 3m hohen Schneewächte neben der Hütte. Alle beobachten – mit Spannung und lecker Kaffee in der Hand – ob die beiden auch die von Ramona empfohlenen Kältefalle bauen (Kältefalle = ein ca. 1m tiefes, 2m langes Loch vor dem Eingang eines Zeltes oder wahlweise einer Schneehöhle, um die reinkriechende Kälte hinterhältig in die Tiefe zu stürzen. Und wenn die Kälte sich nicht fangen lässt, dann in jedem Fall derjenige, der Nachts mal raus muss...). Abends gab es wohlverdient, sehr köstlichen Lachs.

03.04.2005 Samstag

Sonnenschein pur begleitete uns auf die Besshoe (2250m) hinauf, die für einige von uns die erste Gipfelerstürmung sein sollte. Im ersten Teil des Aufstieges wurden wir mal wieder von der Sonne gegrillt. Die Jacken und T-Shirts wurden gelüftet und Peter führte uns seinen neuesten Skitouren Look vor. Die Seitenreißverschlüsse seiner Hosen komplett geöffnet und die Hosenbeine in Schulterhöhe an den Hosenträgern befestig, kreierte er eine Kurzhosenvariante a la Sumo. In Gipfelnähe blies im Vergleich zum Tal ein ordentlicher Wind, der uns wieder runterkühlte. Die Aussicht von der Besshoe ließ uns jedoch alles vergessen. Durch eine unglaublich klare Sicht erschienen das Rondane Gebirge, der Glittertind, Galhøppigen, Hurrungane und viele, viele weitere Gebirgszüge ganz nah. Laut Gunnar ein super Motiv für den Bildschirmschoner. Selten so oft geflucht haben wir (Ramona und Andrea in erster Linie) jedoch bei der Abfahrt. Die Fachleute unter uns bezeichneten die Schneeverhältnisse als windgepressten Pulverbruchharsch. In jedem Fall so beschaffen, dass die obere Schneedecke bösartig bricht und einen sofort zu Boden wirft. Doch trotzt der müh- und unseligen Abfahrt war diese Tour ein Erlebnis der besonderen Art. Und wieder mal wurden wir belohnt mit einem super leckeren, diesmal traditionell-norwegischen Essen: Rømmegrøt mit Zimt und Zucker, Flatbrød mit Schinken und Wurst.




04.04.2005 Sonntag

Der norwegische Wettergott hat uns verlassen, so wie Svein Erik einige Tage zuvor. Dafür hat der Geist des Sturmes Einzug gehalten. Aber klein kriegen lassen wir uns nicht ! Tagesziel war für heute - der Bessekengrad oder auf norwegisch Båndet. Ein schmaler Felsgrat zwischen dem Bessvatnet und dem Gjendevatn, der einen Höhenunterschied von etwa 400m ausgleicht. Auf dem Weg zum Bessekengrad kämpften wir mit Gegenwind und Böen von etwa 80 km/h. Um ein wenig Windschutz zu haben, liefen wir großteils hintereinander, Tor meist vorweg. Diese Methode führte jedoch bei heftigen Böen dazu, dass wir alle wie Dominosteine aufeinander folgend umgeweht wurden. Dem Wind entsprechend wurde die Aussichtspause auf dem Felsgrat sehr kurz gehalten. Wirklich abenteuerlich wurde aber erst die Rückfahrt. Mit vollem Rückenwind surften wir regelrecht über den zugefrorenen See. Tor und Gerrit spannten einen Biwaksack zwischen ihren Skistöcken und konstruierten somit ein großes Segel. In rasanter Geschwindigkeit sausten sie an allen andern vorbei. Durch diese beiden inspiriert, bauten wir uns auch mehr oder weniger große Segel. Gunnar spannte seine Jacke auf die Stöcke, Heidi ihre Kapuze. Auf diese Weise benötigten wir für 6 km See nur 35 Minuten, der Hinweg dauerte mehr als 2,5 Stunden. Vollkommen aufgekratzt durch die berauschende Fahrt, stürzten wir, zurück in unserer Hütte auf die, von Winne angerichtete Kaffeetafel. Zur Feier des Tages wurden heute sogar mehrheitlich Haare gewaschen. Den Kopf tief über die Emailleschüssel gebeugt wunderte man sich doch, dass man nur ca. 2-3 Liter für dieses Unternehmen brauchte. Auch wenn Bedenken geäußert wurden, dass es am nächsten Tag unter der Mütze schäumen könnte.




05.04.2005 Montag

Eine schön mollig geheizte Hütte ist doch auch fein, wenn rundherum der Wind pfeift und die Schneeflocken waagerecht am Fenster vorbeizischen. Wenn nur nicht immer der Gang zur Toilette wäre. Bei einem solchen Wetter können 100m zum Toilettenhäuschen eine ziemlich kalte Herausforderung werden. Tor, Winne, Olaf, Peter und Gerrit vom gestrigen Segeltag noch ganz begeistert, brachen heute gleich noch mal auf um ihr Glück und ihre Technik auf dem Haussee (Russvatn) zu versuchen. Gunnar, Ramona, Heidi und Andrea erwarteten das Schauspiel der Surfer lieber von drinnen. Mit dieser Vorführung neigte sich der letzte Tag unserer Tor-Skitour dem Ende entgegen.




06.04.2005 Dienstag

Heute heißt es früh aufstehen, denn eine letzte Fahrt mit den Ski und eine lange Autofahrt nach Oslo liegen vor uns. Wir packen alles zusammen, schließen die Fensterläden und überlassen die Hütte bis zum Frühjahr wieder den Bergen. Die Motorschlitten fahren unser Gepäck zurück zur Straße, wir folgen auf den Ski. Ehe wir uns versehen haben wir uns von Tor verabschiedet, sitzen zurückgekehrt in die „Zivilisation“ im Auto und steuern den Flughafen Oslo an. Heidis Flieger geht um 13.00 Uhr. Da die Fähre der restlichen Reisegruppe erst gegen Abend ablegt, amüsieren wir uns ein wenig in Oslo. Diesmal ist die Fähre nicht ganz sooo luxuriös wie auf der Hinfahrt, aber dafür schmeckt das Buffet besser. Kaum zu glauben, aber wir befinden uns schon wieder auf dem Weg Richtung Heimat. Gerade eben ging es doch erst Richtung Norden. Und was bleibt – die Erinnerung an eine sehr schöne und spannende Skitour mit einer tollen und humorvollen Reisegruppe.

Andrea Metz

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