SKI-CLUB HELSA 1953 e.V.

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Anreise


Mit viel Schnee hatten sie gerechnet, aber nicht mit diesen Massen und auch nicht mit einer solchen Tortur: Mitten in das Wetterchaos, das derzeit in den Alpen herrscht, sind auch 51 Menschen aus Helsa geraten, darunter viele Familien mit Kindern.

 


Am frühen Samstagmorgen startete die Gruppe des Ski-Club Helsa gut gelaunt in den Winterurlaub – da ahnte noch niemand, dass es 52 Stunden dauern würde, bis sie an ihrem Zielort, dem rund 700 Kilometer entfernten Grubhof im östereichischen Saalbach-Hinterglemm ankommen würden. Eine Strecke, die ein Reisebus normalerweise in etwas über zehn Stunden zurücklegt.
Seit 30 Jahren organisiert Manfred Schröder, Vorsitzender des Skiclubs, die Fahrten. „Bislang hatten wir immer Glück. Diesmal war es anders“, sagt er. Denn obwohl er sich noch kurz vor Abfahrt bei der Wirtin des Grubhofes nach den Wetterbedingungen erkundigt und diese ihm bestätigt hatte, dass die Straßen bis in das Tal frei seien, änderte sich das plötzlich. „In Bayern schneite es schon stark, in Österreich dann noch mehr“, sagt Schröder.


Bald darauf erreichte die Helsaer dann die Nachricht ihrer Wirtin, dass das Tal nun doch gesperrt sei. Lawinengefahr. Kein Rein- und kein Rauskommen. Und: Für die Reisegruppe gab es kein Zurück, zu schlecht waren bereits die Wetterbedingungen. Zunächst strandeten sie auf einem Rasthof. „Dann glühten die Telefonleitungen. Wir haben versucht ein Hotel zu bekommen, aber für 51 Leute spontan eins zu finden, bei den Bedingungen und mitten in den Ferien, das schien fast aussichtslos“, sagt Schröder. Deshalb habe sich die Gruppe mitten im Schneetreiben auf eine Nacht im Bus eingestellt. Doch gegen 18.30 Uhr endlich eine gute Nachricht: Die Bemühungen hatten Erfolg. Ein Hotel in Lofer, rund 70 Kilometer vom Grubhof entfernt, nahm die Gruppe auf. „Die Erleichterung war riesig“, sagt Schröder – und das trotz vorübergehender Doppelbelegung in einigen Hotelzimmern. „Der Zusammenhalt in der Gruppe ist groß“, freut sich Schröder, der weiß, dass das nicht selbstverständlich ist und die Stimmung in einer solchen Situation auch schnell kippen kann.

 

 

Letztlich wurden aus einer Nacht in Lofer zwei Nächte, denn auch am Sonntag gab es keine Entwarnung – die Straßen ins Tal blieben erstmal wegen weiterer Schneefälle und der hohen Lawinengefahr dicht. „Hier liegen minimum zwei Meter Schnee“, sagt Schröder bei einem Telefonat mit unserer Zeitung (HNA) am Montagmorgen. Und weiter: „Erst als von Hubschraubern aus die Lawinen gezielt gesprengt wurden, um die Gefahr zu bannen und die Wege wieder öffnen zu können, gab es auch für uns dann am Sonntagabend die Nachricht, dass wir wieder ins Tal können.“

Da für den Ski-Club Helsa nicht nur bei Reisen die Sicherheit an erster Stelle stehe, sei man noch eine Nacht in Lofer geblieben. Am Montag morgen machte sich die Gruppe dann auf die Fahrt nach Saalbach. „Der Ort ist zwar nur über einen Umweg zu erreichen, aber wir kommen gut durch“, sagt Schröder.

 

 

Daran, die Reise abzubrechen, habe man zwar auch kurz gedacht, doch letztlich habe man sich gemeinsam für die Weiterfahrt entschieden und freue sich nun auf einen hoffentlich schönen Skiurlaub. „Auch wenn natürlich nach den starken Schneefällen nicht alle Pisten freigegeben sind“, sagt Schröder. „Wir machen das Beste aus der Situation.“

 

HNA Artikel hierzu vom 08.01.2019

 

 

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